Montag, 13. August 2007

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Rummenigge:
'In Bremen wird die Messlatte höher liegen'




13.08.2007
Die ersten drei Punkte im Sack, die Tabellenführung schon nach dem ersten Spieltag übernommen, aber die nächsten schweren Aufgaben stehen für den FC Bayern bereits vor der Tür - Zeit also für ein ausführliches Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge. Im ersten von drei Teilen des Interviews mit fcbayern.de spricht der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern unter anderem über den Saisonstart, das Spiel gegen Werder Bremen und den „neuen“ FC Bayern. Am Dienstag und Mittwoch erscheinen die Teile zwei und drei.

Das Interview mit Karl-Heinz Rummenigge, Teil 1:

fcbayern.de: Herr Rummenigge, ganz Deutschland schwärmt vom „neuen“ FC Bayern. Wie hat Ihnen das Spiel gegen Rostock gefallen?
Rummenigge: „Es war der Superstart, den wir uns gewünscht haben. Aber wir werden uns weder einlullen lassen noch davon ausgehen, dass wir jetzt nach dem ersten Spieltag schon die deutsche Meisterschaft gewonnen haben. Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber ich warne davor, überheblich oder arrogant zu werden.“

fcbayern.de: In den Zeitungen wird darüber spekuliert, ob der FC Bayern in dieser Saison überhaupt ein Spiel verliert.
Rummenigge: „Die Zeitungen schreiben nur Schwarz und Weiß. Wir tun gut daran, weiterhin hart zu arbeiten. Es bedarf Konzentration und Engagement, um unsere hohen Ziele zu erreichen.“

fcbayern.de: Das Spiel gegen Rostock hat gezeigt, dass der FC Bayern offenbar über eine Mannschaft verfügt, die nicht nur erfolgreich, sondern auch schön spielen kann. Haben Sie schon einmal erlebt, dass die Fans in der Allianz Arena so von den Sitzen gerissen wurden?
Rummenigge: „Die Stimmung war super, das hat uns sehr gefreut. Es war ja auch unser Ziel mit dieser neuen Mannschaft, dass die Zuschauer Spaß haben und zufrieden nach Hause fahren.“

fcbayern.de: Mit einem Sieg in Bremen am kommenden Samstag könnte die Euphorie rund um den FC Bayern noch größer werden. Wie blicken Sie auf dieses Spiel?
Rummenigge: „In Bremen wird die Messlatte höher liegen als gegen den Aufsteiger Hansa Rostock. Der Gegner hat eine wesentliche bessere Qualität, und in den letzten Jahren hingen die Trauben in Bremen für uns sowieso immer relativ hoch. Deswegen sage ich: Ein Sieg wäre perfekt, aber nicht zu verlieren, ist auch nicht schlecht.“

fcbayern.de: Befürchten Sie im Vorfeld des Spiels verbale Scharmützel, gerade nach dem Wechsel von Miroslav Klose?
Rummenigge: „Wir werden uns in diese Richtung überhaupt nicht äußern. Ich bin überzeugt, dass auch Bremen nicht daran interessiert ist, im Vorfeld einen Hass gegen den FC Bayern oder insbesondere Miro Klose zu schüren. Für ihn wird das kein angenehmes Spiel, aber ich weiß heute schon, dass Miro als Persönlichkeit daraus gestärkt hervorgehen wird. Aus diesen Spielen lernt man viel fürs Leben.“

fcbayern.de: Klose und die übrigen Neuzugänge haben sich für den FC Bayern als wesentliche Verstärkung erwiesen. Bestätigt das die hohen Investitionen, die der Klub getätigt hat?
Rummenigge: „Nach der letzten Saison war uns klar, dass wir der Mannschaft ein völlig neues Gesicht geben müssen. Trotzdem bin ich froh, wenn auch die restlichen Verletzten zurückkommen: Podolski, Sagnol, Schlaudraff oder Ismael. Es ist gut und wichtig, wenn alle an Bord sind, denn das wird eine extrem anstrengende Saison.“

fcbayern.de: Nicht nur die neuen, sondern auch die etablierten Spieler wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger blühen auf. Woran liegt das Ihres Erachtens?
Rummenigge: „An zwei Faktoren: Erstens hatten wir keine WM im Sommer, so dass sich die Spieler regenerieren und auch geistig auf die neue Saison vorbereiten konnten. Zweitens haben die Neuzugänge eine Euphorie in die Mannschaft hineingetragen. Die Atmosphäre ist eine andere als in der letzten Saison, nicht nur bei der Mannschaft, sondern im ganzen Klub. Jeder Angestellte spürt die Aufbruchstimmung und es macht allen riesig Spaß, dabei zu sein.“

fcbayern.de: Welche Folgen haben die hohen Transfersummen auf den wirtschaftlichen Erfolg des Vereins?
Rummenigge: „Die wirtschaftlichen Dinge laufen gut, trotz des großen Investments, das wir getätigt haben. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass wir in diesem Jahr auch unsere finanziellen Ziele erreichen.“

Das Interview führten: Dirk Hauser und Nikolaus Heindl

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